Landesverband Sachsen

AD(H)S Sachsen e.V.
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Symptome

Der Verlauf von ADHS ist wellenförmig, d.h. es gibt Zeiten mit starker Ausprägung und Zeiten wo man den Betroffenen nichts anmerkt. Bei unbehandelten Patienten ist die Gefahr von Suizid, Alkohol, Drogen und Kriminalität und somit der soziale Abstieg sehr groß. Persönlichkeitsstörungen und Depressionen sind die Folge.

 

Die 3 Hauptmerkmale von ADHS und welche Erscheinungen dabei auftreten:

 

Unaufmerksamkeit? gestörte Konzentrationsfähigkeit

  • beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten, bei der Arbeit oder bei anderen Tätigkeiten
  • Aufmerksamkeitsverlust bei Aufgaben oder Spielen
  • scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere ihn ansprechen
  • führt häufig Anweisungen Anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten oder andere Aufgaben und Pflichten nicht zu Ende bringen
  • Organisationsprobleme bei Aufgaben und anderen Aktivitäten
  • Aufgaben die eine längere Zeit die geistige Anstrengung erfordern, sie haben eine Abneigung gegen solche Aufgaben oder erfüllen sie nur widerwillig
  • verliert häufig Gegenstände die man für den Alltagsgebrauch benötigt
  • Reize lenken sehr schnell ab
  • vergesslich bei Alltagsaktivitäten

 

Impulsivität? unüberlegtes Handeln

  • platzt häufig mit Antworten heraus bevor die Frage gestellt zu Ende gestellt wurde
  • kann nur sehr schwer abwarten bis er / sie an der Reihe ist
  • unterbricht und stört andere bei Gesprächen oder Spielen
  • redet übermäßig viel, ohne angemessen auf soziale Beschränkungen zu reagieren
  • mitunter aggressiver Verhalten gegen sich und Andere
  • sind an allen was erledigt werden muß sehr sprunghaft und oberflächlich
  • handeln erst und überlegen später

 

Hyperaktivität? übersteigender Bewegungsdrang

  • zappeln häufig mit Händen und Füßen oder rutschen auf dem Stuhl hin und her
  • steht häufig in der Klasse oder anderen Situationen auf, in denen Sitzen bleiben erfordert ist
  • läuft und klettert in Situationen in denen es unpassend ist
  • Schwierigkeiten sich bei Spielen oder anderen Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen
  • ist häufig auf Achse, handelt wie getrieben oder zeigt ein anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivitä, das durch die soziale Umgebung oder durch Anforderungen nicht durchgreifend beeinflussbar ist

 

Wichtig um die Diagnose ADHS stellen zu können, müssen jeweils mehrere, nicht alle auf einmal, der oben genannten Symptome:

  • deutlich ausgeprägt sein
  • über einen Zeitraum von 6 Monaten bestehen
  • in mehreren Lebensbereichen auftreten
  • im Vorschulalter begonnen haben
  • von der altergemäßen Entwicklung abweichen

 

Diese Leitsymptome treten in jeder Entwicklungsphase in Art und Umfang anders auf.

 

Wahrnehmungsstörungen

ADHS-Betroffene haben fast immer erhebliche Verzögerungen in der psychomotorischen Entwicklung und der sensorischen Integration

 

  • sensorische Integration: sinnvolle Anordnung, Aufgliederung und Zusammenfassung von Sinneserregungen, um diese nutzen zu können. Durch sie wird erreicht das alle Abschnitte des zentralen Nervensystems zusammenarbeiten, damit ein Mensch sich sinnvoll mit seiner Umgebung auseinandersetzen kann.
  • verminderte Erfassungsspanne: Merken von Dingen
  • verminderte Kanalkapazität: alles was man gleichzeitig hört, riecht, sieht, schmeckt oder tasten kann fließt wie ein Sammelkanal auf uns zu und wird registriert. Er hat nur ein begrenztes Fassungsvermögen, alles was dies übersteigt geht verloren. Die Sinnesreize die mangels Kapazität nicht mehr aufgenommen werden können bewirken eine Überwirkung oder völliges Abschalten.
  • verminderte Diskriminationsfähigkeit: die Fähigkeit Unterschiede wahrzunehmen ist eingeschränkt
  • veränderte Reizschwelle: die Reizschwelle ist heruntergesetzt (z.B. werden Zärtlichkeiten als unangenehm empfunden und lösen eine innere Unruhe aus)
  • verlangsamte Umstellungsfähigkeit: einmal erlernte Arbeitstechniken sind schwer abzulegen, darum fällt das Erlernen von neuen Fähigkeiten sehr schwer
  • intermodale Störung: Sinnesmodalitäten (visuell, auditiv und taktiv) werden nicht sinnesgemäß koordiniert, wodurch es schwer ist Erfahrungen zu übertragen
  • seriale Störung: durch lückenhafte Wahrnehmung können zeitgleich aufeinander folgende Abläufe und Handlungen schlecht erkannt und reproduziert werden
  • mangelhafte Codierung und Optimierung von Abläufen: in unserem Gehirn werden Gruppen von Einzelelementen, die wir lernen, gebildet. Durch einen Impuls kann die ganze Gruppe aufgerufen werden. Dieser Vorgang kann bei ADHS-Betroffenen deutlich länger dauern
  • fehlerhafte Suchstrategie: der Zugriff auf gespeicherte Daten erfolgt über Suchstrategien indem man es systematisch absucht oder durch Assoziation. ADHS-Betroffene suchen ohne System und Antworten erscheinen meist als unlogisch und falsch.